Trainer mit Jetlag

Gut, dass der meiste Schnee bereits unter der Woche gefallen ist.“ Was manchen Fußballer grämt, hört sich bei Michael Surkau nach Erleichterung an.

Denn der Karateka erinnert sich noch genau an den letzten Bundeslehrgang, den der TVE im vergangenen Jahr in Greven ausrichtete. Plötzlicher Schneefall sorgte unfreiwillig für ein verkleinertes Teilnehmerfeld.

Dieses Mal lief es besser. Alle kamen gut durch, „die Münchener in sieben Stunden“, hat Surkau erfahren. Und auch Daizo Kanazawa, Sohn des Weltcheftrainers Kanazawa Hirokazu, fand am Samstag den Weg nach Greven, wenn er auch am Wochenende etwas mit dem Jetlag zu kämpfen hatte.

Volles Haus

Doch Aufwand lohnte sich für alle. Für die rund 210 Teilnehmer, darunter 15 aus Greven, sowieso: Sie sorgen für volles Haus in der Rönnehalle. Der Auftakt des Bundeslehrgangs 2006 wurde am Samstag gemacht. Nach einem gemeinsamen Warmmachen standen Grundtechniken im Vordergrund. Die Technikfolgen, so genannte Katas, werden in einzelnen Bewegungen unterteilt und jeweils zunächst isoliert trainiert. „Es wird darauf geachtet, ob die Hüfte richtig steht oder Spannung aufgebaut ist, so dass man nicht wackelt“, erklärt Michael Surkau. Ziel ist es die Technik zu verfeinern.

Während Daizo Kanazawa die Abläufe genau zeigte, gingen derweil Bundestrainer Akio Nagai Shihan und weitere Karateka durch die Reihen, korrigierten hier und da, gaben Tipps, wie man es besser macht. Später wurden aus einer Gruppe zwei, aufgeteilt nach der Gurtfarbe. Vom Weiß- bis zum Violettgurt und die Braungurte sowie Schwarzgurte trainierten unter sich. Für die Schwarzgurte ging es auch in Greven vor allem um die Frage: Wer darf mit zur WM in Japan“ Schließlich war der Großteil der Nationalmannschaft in der Rönnehalle mit dabei. Der Lehrgang war für zahlreiche Karateka noch einmal die Gelegenheit, sich vor den Augen des Bundestrainers zu präsentieren. Eine Entscheidung hat der Bundestrainer aber noch nicht gefällt.

Übungseinheit

Für die Braungurte war der Samstag eine gute Übungseinheit vor der schwierigen Prüfung am Sonntag. Da hatten sie die Gelegenheit zum Gurtwechsel, auch der Karate-Nachwuchs, besonders aus den Reihen des TVE. Der bereitete sich bereits Wochen vorher intensiv vor, um dann seinen Können zu beweisen “ und das vor dem Bundestrainer.