Zurück aus Tokio

Kämpferisch Gut in Form, trotzdem verloren. Was sich im Fußball durch die Anzahl der Tore ausdrückt, zeigte sich dem Deutschen Karatenationalteam mit den beiden Grevenern Michael Surkau und Alexander Kreiser auf der WM in Tokio in Form von Fahnen der Kampfrichter und in der Anzahl der Wertungspunkte. Am Ende konnte nur das Damenkata-Team der Deutschen den siebten Platz belegen. Der Rest des Deutschen Teams schied bereits in den Vorrunden aus. Auf den Punkt brachte es Eugen Landgraf, Zweiter Vorsitzender des Karate-Verbandes: Die Zeiten haben sich nunmal geändert. Allerdings wurde die angriffsstarke deutsche Mannschaft immer wieder durch ihre Gegner ausgekontert.
Surkau und Kreiser starteten beide in der Gewichtsklasse 75 Kilogramm +. Zunächst hatten die beiden Grevener Kämpfer mit den organisatorischen Problemen zu kämpfen.

Bereits um 12 Uhr Ortszeit mussten die beiden Athleten sich umziehen, um an der 90 Minuten dauernden Eröffnungsfeier teilzunehmen. Anschließend folgten zwei Stunden langen Wartens, bevor ihre Wettkampfkategorie zur Vorbereitung in eine Nebenhalle gerufen wurde. Hier sollte noch mehr Zeit vergehen, ehe sie unter dem Beifall der Zuschauer in die Wettkampfhalle geführt wurden.
Kreiser traf in seinem ersten Kampf auf einen Gegner aus Italien. Wie sich schon bei den Kämpfen der anderen deutschen Starter gezeigt hatte, werteten die Kampfrichter eher die Kontertechniken als die Angriffstechniken, so dass Kreiser trotz Dominanz über seinen Gegner mit 2:3 Punkten verlor.
Nicht anders erging es Michael Surkau, der auf einen japanischen Karateka traf. Dieser genoss den Heimvorteil und profitierte zudem durch die Entscheidungen für die Kontertechniken der Kampfrichter.
Mit einer gehörigen Wut im Bauch startete Michael Surkau eine Stunde später in der Kumitemannschaft. Die Mannschaftsaufstellung hatte Bundestrainer Akio Nagai noch kurzzeitig geändert, so dass sich Kreiser statt des zugesicherten Starts mit der Rolle des Ersatzmannes begnügen musste.
Den ersten Kampf gewann die deutsche Mannschaft, die nächsten beiden gingen an die Schweiz, so dass die Entscheidung im vierten Kampf fallen musste. Als vierter Starter ging Surkau an den Start. Schnell geriet er in Rückstand, konnte zum 1:1 ausgleichen. Mit einem blitzschnellen Fußtritt traf er kurze Zeit später seinen Gegner. Während die deutsche Mannschaft schon den Sieg feierte, berieten sich die Kampfrichter und vergaben für die Technik weder Verwarnung noch Wertung. Kurz vor Ende der regulären Kampfzeit griff der Grevener nochmals an, wurde jedoch von seinem Gegner ausgekontert und verlor damit den Kampf. Das Ergebnis lautete am Ende 3:2 für die Schweiz.
Die Enttäuschung über dieses Ausscheiden saß natürlich tief. Trotzdem wollen die beiden Grevener Karateka weiterhin für die deutsche Nationalmannschaft starten.