Katalehrgang Auerbach
Geschrieben von Michael Surkau   
Sonntag, 22 Februar 2004

Der erste Katalehrgang in diesem Jahr fand, wie schon das Gasshuku im letzten Jahr, im idyllischen Vogtland statt, genauer gesagt in Auerbach. Shihan Nagai und der Dojoleiter des ausrichtenden Vereins Takeda Auerbach, Andreas Hermann, konnten am Samstag um 15:00 Uhr insgesamt 75 Karatekas aus Dresden, Berlin, Großenhain, München und Bad Oeynhausen begrüßen.

Nachdem das Aufwärmtraining abgeschlossen war, wurde auch dem letzten Teilnehmer bewusst, dass er sich auf einem Katalehrgang befand. Wo sonst schnelle und kurze Kombinationen mehrmals ausgeführt werden, standen im Kihontraining diesmal Kombinationen im Vordergrund, die oftmals in verschiedenen Katas ausgeführt werden.
Kurz danach widmete man sich der Kata Bassai Dai, die von allen Lehrgangsteilnehmern einige Male geübt wurde.
Um die verschiedenen Gürtelgrade in den verschiedenen Katas zu unterweisen, teilte man die Teilnehmer in zwei Gruppen auf.
Shihan Nagai widmete sich ganz der Unterstufe und unterwies diese in den fünf Grundkatas.
Die Oberstufe hingegen wurde gleichzeitig von Eugen Landgraf in die Anwendung der Kata Bassai Dai eingewiesen. Hierbei betone der Träger des 6. Dans, dass es bei Kata-Bunkai nicht auf die genaue Ausführung der Techniken ankommt, sondern auf deren praktische Anwendung. Das es bei jeder Technik einer Kata viele Varianten zur Anwendung gibt, demonstrierte er eindrucksvoll.
Zum Abschluss der Trainingseinheit am Samstag mussten einige Schwarzgurte, unter den kritischen Augen des Bundestrainers, nochmals die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der Kata Bassai Dai demonstrieren.

Der Abend wurde im Kerkermeister zu Auerbach begangen, in dem neben vielen guten Speisen und Getränke die Unterhaltung nicht zu kurz kam. Die Anwesenden kamen in den Genuss zwei Katavorführungen auf engsten Raum, bei gleichzeitiger, hektischer Betriebsamkeit seitens des Kellnerpersonals.

Um kurz nach zehn Uhr am Sonntagmorgen leitete Andreas Hermann lein gutes und profundes Aufwärmtraining, was sich von den üblichen Aufwärmeinheiten unterschied.
Als nächstes schürte Shihan Nagai den Kampfgeist seiner Schüler, indem er grundlegende Partnerübungen, die allesamt an das Gohon Kumite angelehnt waren, trainierte und die Reaktion mit Block und Kontertechniken forderte.
Nach kurzer Zeit war auch der letzte der Teilnehmer 100 %ig motiviert, so dass diese Energien zum Katatraining genutzt wurden. Um die Oberstufe bei der Ausführung der fünf Grundkatas ebenso zu fordern wie die Unterstufe, mussten die Violett, Braun und Schwarzgürtel diese Katas spiegelverkehrt ausführen.
Die Kata des Tages war Enpi, die von der Oberstufe mehrmals gelaufen wurde, und vom Bundestrainer akribisch korrigiert wurde. Im Fokus seiner Aufmerksamkeit: Die richtige Haltung des Oberkörpers und die Position der Hüfte. Um jeden einzelnen Schüler der Oberstufe besser zu beobachten und korrigieren zu können, wurden Kleingruppen gebildet, die Enpi zusammen vor dem Rest der Teilnehmer und unter den kritischen Augen des Bundescoachs nochmals absolvieren mussten.


Irgendwann hat natürlich auch ein Katalehrgang ein Ende, dieser nach den Kyuprüfungen, die von allen angetretenen Karatekämpfern bestanden wurden.
Nach der Verabschiedung durch den Bundestrainer, ergriff Andreas Hermann das Wort, und verwies nochmals auf das diesjährige Gasshuku in Auerbach, bei dem neben Shihan Nagai auch Katsunori Tsujama Shihan, 9. Dan, und Sensei M. Murakami, 6. Dan, anwesend sein werden.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 04 Dezember 2015 )