Von Eis, Schnee und ein wenig Taekwon Do
Geschrieben von Michael Surkau   
Montag, 01 März 2004
Wir erinnern uns, kurz vor Weihnachten waren an einem Samstag zwei Kickboxer, bzw. Taekwondokas zu Besuch. Beim gemeinsamen Training war ein wenig Grundschultraining und natürlich Freikampf angesagt.
Schon damals verlangten die Beiden aus Havixbeck/Nottuln revanche in Form eines Besuches von Lars und mir bei ihrem Training. Das letzte, lehrgangsfreie Wochenende, wurde von uns gleich genutzt, um diesen Termin zu begleichen.
Kurz nach 18:00 Uhr waren wir auch schon auf dem Weg nach Havixbeck, wo wir unsere beiden Bekannten treffen sollten. Als wir dann die kurvenreiche Landstraße ausserhalb von Greven befuhren, kam es wie es kommen musste: Es fing an zu schneien. Lars, ich und mein Kadett mittendrinn.... Mit Tempo 30-50 ging es weiter, noch in der Zeit konnten wir die beiden Freunde ins Auto laden, kamen noch püntklich an dem Dojo an, und wurden von dem dortigen Trainer ganz nett begrüßt.
Ohne Probleme konnten wir uns das Dojo, was aus mehreren Zimmern, die allesamt mit den typischen Kampfsportmatten ausgelegt waren, bestand. An den Wänden waren neben etlichen Urkunden, Fotos von Schülern und anderen Großmeistern. Und wenn mal keines von diesen beiden Dingern an der Wand hing, war garantiert ein Poster von einer Meisterschaft vorhanden.
Nach dem Umziehen blieb nicht lange Zeit, Lars und ich zogen es vor, ein wenig inkognito zu trainieren, so dass wir nur eine weiße Hose und ein T-Shirt anhatten. Die Gymnastik war schnell, umfassend und, schnell... Nach weniger als 10 Minuten ging es mit den ersten Partnerübungen los, die darin bestanden verschiedene Links-Rechts Kombinationen durchzuführen. Alles mit Faust und Fußschützern.
Es folgte ein intensives Pratzentraining, in dem vor allem Beintritte in mehrfacher Kombination und mit Sprüngen geübt wurde. Wichtigste und für uns ungewohnteste Devise: Volle Kanne drauf und durchziehen. Abstoppen kannten die Jungs nicht :)
Zum Ende der einstündigen Trainingseinheit gab es dann noch eine kleine Kostprobe des Freikampfverhaltens. Schnelle Rechts Links Kombinationen, mehrere Vorwärtsbewegungen, die fast immer mit einer Beintechnik abgeschlossen wurden, bestimmten eigentlich regelmässig die Kämpfe. Aufgrund der Schützer an Händen und Füßen kannten unsere Partner auch nicht umbedingt das Abstoppen oder ähnliches. Einmal in der Vorwärtsbewegung wurde solange Zugeschlagen und Getreten bis der Gegener ausser Reichweite geflüchtet war. Pluspunkt für die Karatekas: Die Angriffe kamen ungewohnt schnell für die Leute vom Taekwon Do.
Nach dem Training ergab sich die Gelegenheit kurz mit dem Trainer zu quatschen und unser Eindruck von einem wirklich freundlichen und toleranten Trainer verstärkte sich. Er hatte uns zudem schon ziemlich früh als Karatekas (Ihr macht Karate, traditionelles, stimmts?") ausgemacht, war darüber aber nicht böse, sondern freute sich auch Mal Leute vor sich zu haben, die einfach über den Tellerrand schauen wollten.
Glücklicherweise bekamen wir dann noch einen kurzen Einblick in das Vorbereitungstraining für Danprüfungen. Neben Freikampf und den Hyongs (vergleichbar mit Katas) muss bei der Prüfung zum ersten Schwarzgurt auch ein Bruchtest absolviert werden, der aus einer zweier Beinkomination besteht.
Tja, was soll man da als Fazit schließen??? Es war echt interessant und auch ungewohnt. Ich möchte die Jungs nicht schlecht machen, denn das sind sie auf ihre Weise sicherlich nicht. Bleiben wir dabei: Es hat Spaß gemacht :))
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 07 April 2009 )