Pfingstlehrgang 2004 in Dresden
Geschrieben von Michael Surkau   
Sonntag, 30 Mai 2004
Um einen guten Pfingstlehrgang zu organisieren braucht es schon so einiges: Eine gute Halle, zwei weltklasse Instruktoren, viele Teilnehmer und zum Abschmecken gutes Wetter.
PfingstenDiese vier Zutaten wurden am vergangenen Wochenende in Dresden kombiniert, ein erstklassiger Pfingstlehrgang war das Ergebnis.
Knapp 160 Karatekas nahmen an den drei Tagen an den Trainingseinheiten teil und kamen in den Genuss einer hervorragenden Komposition aus Grundschule, Kumite, Kata und Kata-Bunkai. Einen großen Anteil an diesem Gelingen trugen Shihan Nagai und Shihan Kawasoe bei, die wie immer sehr viel am Karateka selber verbesserten und viele Bewegungen mehrmals zeigten und erläuterten.
Viel Hüftarbeit, kombiniert mit dem richtigen Blick, Stand und der richtigen Drehung dominierten die Kihoneinheiten zum Beginn jeder Trainingssession, die von Shihan Kawasoe geleitet wurde. Dabei lies es sich der 53 Jahre alte österreichische Bundestrainer nicht nehmen die Kombinationen selber zu demonstrieren und zu erläutern.

Pfingsten 2004Um für möglichst jeden Gürtelgrad ansprechendes Training zu gewährleisten wurden die Teilnehmer nach einer gemeinsamen Trainingseinheit in drei Gruppen aufgeteilt, die entweder von Shihan Nagai, Shihan Kawasoe oder Shihan Landgraf trainiert wurden.
Dabei übernahm letzterer die Trainingseinheiten der Weiß bis Grüngürtel und führte diese von Grund auf in die Geheimnise des Gohon Kumites und der ersten Katas ein und machte durch Anwendungen die teilweise großen Auswirkungen von kleinen Fehlern deutlich.

 

Shihan Nagai ließ es sich nicht nehmen und unterwies seine Schüler im Kumite. Der Nachwuchs, die Violett und Braungürtel wurden dabei schrittweise in die komplexe Welt des Kumites eingeführt. Dies geschah durch einfache Reaktionsspiele und einfachen Partnerübungen.
Ganz im Zeichen der anstehenden Europameisterschaft stand hingegen das Training der Schwarzgurte, die ein hohes Kumitepensum abarbeiten mussten. Dabei gestalteten sich die Partnerübungen ähnlich wie in den vergangenen Monaten auf den verschiedensten Lehrgängen, jedoch hatte man eine viel größere Auswahl an Partnern und dadurch viele Möglichkeiten das Kumite nach seinem Geschmack zu gestalten. Jedoch duldete der Bundestrainer keine Müdigkeit und motivierte die Übenden immer wieder durch kurze Zwischenrufe.

Was noch blieb war der Katapart, den Shihan Kawasoe übernahm und bei beiden Gruppen extrem genau korrigierte und viel Wert auf die korrekte Arm und Hüfthaltung legte. Die Katas, die es auszuführen galt wurde natürlich dem jeweiligen Gurtgrad angepasst, so dass die Schwarzgurte mehrfach die Kata Gojûshiho Sho, Jiin und Nijûshiho durchführen mussten, bis der österreichische Bundescoach auch mit dem letzten Karateka zufrieden war.

 Beim abschließenden Training am Sonntag legte Shihan Kawasoe Katamässig noch mal nach, und unterwieß die Teilnehmer, die keine Kyu-Prüfung ablegen mussten, in insgesamt 5 Kata-Anwendungen. Um das Verständnis der Karatekas für die Kata zu schärfen zeigte er die verschiedenen Bunkai-Formen und gab den Karatekämpfern genug Zeit um verschiedene Anwendungsformen auszuprobieren. "Denn nur mit der Kenntnis der jeweiligen Kataanwendung, ist es einem Karateka möglich das Wesen der Kata zu verstehen und diese perfekt durchzuführen" erläuterte Shihan Kawasoe seine Vorgehensweise.

Am Montag um 12:00 Uhr endete auch dieser Lehrgang, der vorerst zum letzten Mal in Dresden stattgefunden hat. Im nächsten Jahr wird das Dojo Takeda Auerbach den Pfingstlehrgang im Waldpark Grünheide ausrichten, in dem in knapp sieben Wochen der Sommerlehrgang des verbandes stattfindet.
Dieses Gasshuku ist wie immer der Höhepunkt des Jahres, und wird durch die Teilnahme von Shihan Katsunori Tsuyama, 10 Dan, Professor an der Takushoku-dai, Trainer des japanischen Nationalteams und Chef Instuctor WUKO sicherlich unvergesslich.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 04 Dezember 2015 )