Karatekas unter neuer Führung beim Wiederaufbau

2002 war das turbulenteste Jahr in der 14 jährigen Geschichte des Dojo Shimazu. Vor sechs Monaten, Anfang Juli, wurde das Gesundheitscenter an der Mühlenstraße geschlossen und das Ehepaar Kemp, durch das Karate 1988 seinen Weg nach Grevengefunden hatte, trat von allen Ämtern und Funktionen zurück und verließ mit der Emsstadt auch den Karateverband.
Die Karatekas kehrten vollständig in den TVE Greven zurück und trainieren seitdem wieder in den städtischen Hallen. Die Leitung des Dojos übernahmen Lars Bartschat, Andreas Glatzel und Michael Surkau. Alle drei sind langjährige Schüler von Andreas und Martina Kemp und wurden einer qualifizierten Ausbildung unterzogen und unbewusst auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet.
Mit zwei Trainingseinheiten für die Erwachsenen und für Kinder konnte ein rudimentärer Trainingsbetrieb aufrecht gehalten werden. Auf Lehrgängen und Meisterschaften konnten trotz des reduzierten Trainings beachtliche Erfolge gefeiert werden. Insgesamt 7 Medaillen gab es auf der Nachwuchsmeisterschaft in Warendorf. Der dritte Platz der Kumitemannschaft auf der Deutschen Meisterschaft, mit Bartschat, Kamuro(Dojo Düsseldorf) und Surkau, war unerwartet aber einer der größten Erfolge der letzten Jahre auf nationaler Ebene.
Zur Zeit herrscht aber Ruhe in den Reihen der Karatesportler in Greven. Die Trainingspause bis zum 04.01.03 ist nötig um den Akku mal wieder aufzuladen. Neben dem Trainingsbetrieb sind noch organisatorische Tätigkeiten zu erledigen, die neben Arbeit, Ausbildung und Studium viel Zeit in Anspruch nehmen. „Und mit dem neuen Jahr wird einiges anders“, verrät Andreas Glatzel.
Zum Einen werden die Trainingszeiten von derzeit 4 auf insgesamt 9 Einheiten aufgestockt (s. u.), zum Anderen wird im Januar ein Anfängerkurs für Erwachsene und Jugendliche angeboten. Der letzte dieser Art wurde vor über fünf Jahren angeboten. „Wir hoffen viele neue Mitglieder begrüßen zu dürfen“ sagt Lars Bartschat. Denn, so gibt er zu, im Bereich der Jugendlichen und Erwachsenen gibt es leider nicht so viel Zulauf wie in der Kindersektion, das Angebot sei jedoch breit gefächert und sollte allen Altersgruppen gerecht werden.
Mit spezieller Gymnastik vor dem eigentlichen Karatetraining werden alle Muskelgruppen des Körpers trainiert, auf eine Steigerung von Koordination und Kondition wird viel Wert gelegt. Besonderes Augenmerk legen die Dojoleiter darauf möglichst körperschonend zu trainieren und ihren Schülern ein Gefühl zu vermitteln, was mit ihrem Körper geschieht und welche Möglichkeiten man damit hat.
Zudem möchten die drei Dojoleitern auch ehemaligen Mitgliedern die Chance bieten erneut in das Karatetraining einzusteigen.
Nachdem im letzten halben Jahr eine kleine Prüfungsflaute vorlag, werden im nächsten Frühjahr einige Karatekas zu Gürtelprüfungen antreten, um so die erreichten Trainingsfortschritte auch nach außen sichtbar zu dokumentieren und neue Motivation zu schaffen. Genügend Lehrgänge werden in Greven und Umgebung veranstaltet. Freuen darf sich die Grevener Karate-Gemeinschaft vor allem auf den Bundeslehrgang im März, der zum zehnten Mal in Folge den deutschen und den österreichischen Bundestrainer in die schöne Stadt an der Ems bringen wird. Auch im Mai wird das Dojo Shimazu die Ehre haben, den Bundestrainer Akio Nagai Shihan vor Ort zu haben, der einen Dojolehrgang halten wird.
Es steht also ein weiteres aufregendes Jahr für die Karatekas aus Greven bevor.