Die Technik ist entscheidend

Die A1 streckenweise gesperrt, dazu Neuschnee in Süddeutschland. Den Samstagnachmittag hatten sich einige Karateka aus ganz Deutschland wohl anders vorgestellt.

Anstatt beim Bundeslehrgang neue Techniken einzustudieren, trainierten sie nur eines: Nerven behalten im Stau! Das gemeinsame Ziel der Fahrt war die Rönnehalle. Dort richtete der TVE Greven am Wochenende bereits zum zwölften Mal hintereinander einen Bundeslehrgang für Karatekas aus. Die 100 Sportler, darunter 24 Grevener, die es rechtzeitig in die Emsstadt geschafft hatten, konzentrierten sich unterdessen auf die Anweisungen der Karate-Trainer. Neben Akio Nagai Shihan (Deutscher Bundestrainer), Norio Kawasoe Shihan (Österreichischer Bundestrainer) konnte auch Shinji Tanaka Sensei, Japanischer Meister des vergangenen Jahres, für den Lehrgang in Greven gewonnen werden.

„Man lernt nie aus“

Dass sie den japanischen Kampfsport beherrschen, zeigten sie eindrucksvoll. Sicher gaben sie die Technikfolgen vor, denen die Karateka zwischen sieben und siebzig Jahren folgten. 26 solcher Katas gibt es, und am Wochenende wurde die ganze Bandbreite an Sprüngen und Stemmen ausgeschöpft. Zunächst noch vom Gelb- bis zum Schwarzgurt gemeinsam, wurde später das Teilnehmerfeld aufgesplittet. Die Braun- und Schwarzgurte bildeten eine Einheit, ebenso wie die restlichen Gurte.

„Zwischen den Braun- und Schwarzgurten besteht meistens kaum ein Unterschied mehr in der Technik „, betont Karateka Michael Surkau vom TVE. Dennoch räumt er ein, steht stets die Technikverbesserung im Mittelpunkt. „Das Faszinierende am Karate ist, dass man nie auslernt.“ Gerade weil jeder Karateka die Katas unterschiedlich ausführt. Kopf, Hand oder Fußstellung variieren oftmals. So gibt es viel zu analysieren und zu optimieren. Genau das versuchte das Trainertrio zwischendurch immer wieder in persönlichen Gesprächen und gab wertvolle Tipps.

Wer die Katas schon gut beherrschte, konnte sich dies am zweiten Trainingstag auch offiziell bescheinigen lassen. Erfolgreiche Kyu-Prüfungen ließen zahlreiche Karateka die Gurtfarbe wechseln. Wer noch nicht dabei war, hat bereits bald die nächste Chance dazu. Noch zwei Bundeslehrgänge folgen in diesem Jahr. Vielleicht dann ja mit einem etwas kompletteren Teilnehmerfeld als dieses Mal.