Eisbeutel und Pokale

Vielleicht hätte Bürgermeister Dr. Olaf Gericke am Samstag sogar ein bisschen mitkämpfen können, schließlich war er in jungen Jahren auch mal Karateschüler. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass er dann heute Morgen seinen Dienst im Rathaus hätte antreten können und so beließ er es am Samstag dabei die Deutschen Meisterschaften im Karate in Greven zu eröffnen.

So konnten dann unter den wachsamen Augen von Bundestrainer Akio Nagai Shihan die Wettkämpfe für die 172 Einzelteilnehmer und 35 Mannschaften in der Rönnesporthalle starten.

Los ging es mit der Nachwuchsmeisterschaft. Beim so genannten Kata geht es darum, Bewegungsabläufe besonders sauber und in der richtigen Reihenfolge zu zeigen. Fünf Kampfrichter bewerten im KO -Verfahren immer zwei Kämpfer gleichzeitig. Wer Drehungen oder Schreie an der falschen Stelle platziert fliegt raus. Insgesamt wurde parallel in fünf pools gekämpft.

Im Anschluss an das Kata folgten die Kumite Kämpfe. Dabei wird zwar gegeneinander gekämpft, aber ohne sich zu berühren. Es geht viel mehr darum in langsamen Bewegungsabläufen die Attacken des Gegners mit der richtigen Abwehr zu kontern. Auch hier wurde zunächst durch KO und dann durch Notenwertung über Sieg oder Niederlage entschieden.

Am Nachmittag starteten dann die Freikämpfe und damit wurde es nicht nur für die Kämpfer sondern auch die Sanitäter des DRK stressiger. Wer nicht schnell genug zurückzog hatte oft mit einer blutigen Nase zu kämpfen oder lag benommen am Boden. Direkte Treffer sind beim Karate zwar eigentlich nicht gewollt, bleiben aber nicht aus. Spätestens bei der Siegerehrung zahlte sich der Kampfgeist dann aber aus und so manch einer der 250 Karateka konnte den kühlenden Eisbeutel gegen einen Pokal eintauschen.