Unter den Augen der Bundestrainer

Diesmal machte das Wetter keinen Strich durch die Rechnung. Der vergangene Bundeslehrgang, der in Greven abgehalten wurde, hatte stark unter dem Schneechaos im Winter zu leiden gehabt. Dieses Mal lief alles besser.
Über 200 Karateka jeden Alters hatten sich in der Rönnehalle zum Bundeslehrgang eingefunden, so dass die Halle fast aus allen Nähten platzte. Den längsten Anfahrtsweg hatten die Sportler von der Insel Sylt, aus München und aus Zittau.
Neben Bundestrainer Akio Nagai war an diesem Wochenende auch Daizo Kanazawa anwesend, ehemaliger Weltmeister und Sohn des Weltcheftrainers. Unter seiner Leitung trainierten die Karateka den ganzen Samstagnachmittag verschiedene Formläufe und auch in Partnerübungen. Am Sonntag fanden dann nebst weiterem Trainingsprogramm auch Gurtprüfungen statt, an denen hauptsächlich die jüngeren Sportler teilnahmen.
Das Training war interessant und lehrreich, da der Sohn des Weltcheftrainers einen anderen Trainingsansatz verfolgt als der Bundestrainer. Viele Kleinigkeiten wurden in allen Bereichen trainiert. Für die Oberstufe wurden intensiv Techniken für die Anwendung im Kumite trainiert, so dass man gespannt sein kann, wer diese in vier Wochen auf der Nachwuchsmeisterschaft und dem Nagai Cup anwenden kann.
Das Grevener Team, das auf dieser Meisterschaft starten wird, ist zwar noch nicht vollständig, aber Michael Surkau möchte mit seinen Karateka an die guten Erfolge der DM im Vorjahr anknüpfen und einigen neuen Talenten die Möglichkeit geben, ihre ersten Wettkampferfahrungen in Halle/Saale zu sammeln.
Hier die Ergebnisse der Grevener Athleten: 6. Kyu (Grüngurt): Sonja Buschschlueter (A), Daniel und Christina Kliche, Ulrich Brinkmann (B); 5. Kyu (Violett): Susanne Rother (A), Kai Pieper, Niclas Albacht (B). Note A steht für sehr gute Leistungen des Prüflings in allen drei Prüfungsgebieten (Kata, Kihon und Kumite), Note B für gute Leistungen, Note C für schlechte Leistungen/durchgefallen.
Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft Anfang November sollte der Lehrgang am Wochenende helfen, zu gucken, wo die einzelnen Leute leistungsmäßig stehen, erklärte Michael Surkau von den Grevener Karateka. 20 bis 25 Personen werden bis zum Sommer ausgewählt, streng unterteilt in Alter, Gewichtsklasse und Gurt. Diese Personen dürfen sich dann über ein Ticket nach Japan freuen. Surkau selbst und auch sein Sportkollege Alexander Kreiser können berechtigte Hoffnungen hegen, im Sommer einen solchen Bescheid zu erhalten, um dann im November nach Japan zu fliegen. Bis dahin ist jedoch noch etwas Zeit.
Zunächst steht in vier Wochen in Halle (Saale) zumindest für Surkau der Nagai-Cup an, eine Meisterschaft der Schwarzgurte. Die Aussichten auf den Titel oder eine Platzierung in den oberen Gefilden stehen gut, fährt Surkau wie immer äußerst optimistisch zum nächsten Wettkampf.