Zwei Grevener in Pirna

Nachdem im letzten Jahr der Pfingstlehrgang in Pirna stattgefunden hatte, sollte es dieses Jahr nicht anders sein. Das Dojo Shimazu wurde auf diesem Lehrgang von zwei Karateka würdig vertreten. Neben Michael fuhr auch noch Mareike mit, da Gerolf sie in den letzten Wochen überzeugt hatte, doch mal vorbei zu schauen und mitzumachen.
In einer eleganten schwarzen Audi-Limousine fuhren wir kurz vor Lehrgangsbeginn vor und hatten grade noch Zeit zu bezahlen, und um uns umzuziehen. Kurz nach 15:00 Uhr begann dann der erste von drei anstrengenden und schweißtreibenden Lehrgangstagen. Das Wetter tat sein übriges. Hohe Temperaturen, eine gewisse Grundschwüle und die ersten erlösenden Regenschauer wechselten sich am Samstag ab, so dass es auch in der Halle entsprechend warm wurde. Durch den Sauerstoffverbrauch und die gleichzeitige Abgabe von salzigem Schweiß entwickelte sich eine Atmosphäre, die das Training intensivierte.

Kawasoe Shihan, zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder in Deutschland, fand genau die richtige Mischung aus Pausen und Bewegung, um das Leistungsniveau konstant zu halten.
Am ersten Tag wurde vor allem der Hüfteinsatz mittels verschiedener, aber einfacher Kihonkombinationen trainiert. Während die Unterstufe später grundlegende Hebeltechniken trainierte, schwitze die Oberstufe bei abwechslungsreichen Kumitekombinationen.
Am Abend konnte man entweder einen schönen Sonnenuntergang in der Nähe der Festung Königstein beobachten, oder wie Mareike und ich gemütlich am Grill sitzen. Ob es nun Absicht war, dass grade mein Stück Fleisch nähere Bekanntschaft mit der Kohle machte, will ich hier unserem Grillmeister Jörg nicht unterstellen. Geschmeckt hat es trotzdem.
Am Sonntag wurde zunächst gemütlich gefrühstückt. Während Akio, Wolfgang, Mareike, Lilit und ich das Frühstücksbuffet leer räumten, begann das große Unternehmen mit dem Codenamen „Überzeugung“.
Mareike hatte am Vortag und in den letzten Wochen gute Trainingsleistungen gezeigt. Zudem sollten nach bzw. während der zweiten Trainingseinheit am Sonntag die Gürtelprüfungen stattfinden. Zunächst wehrte sich Mareike noch ein wenig, aber wir blieben hartnäckig und der Ehrgeiz von Mareike tat sein übriges. Ich meldete sie später am Tag zur Prüfung an, aber leider wurden die Prüfungen quasi im gleichen Atemzug auf Montagmorgen verlegt. Kneifen galt nicht. Außerdem konnten wir so noch ein paar Mal das Prüfungsprogramm durchgehen und die letzten Unklarheiten beseitigen.
Am Abend ging es wie im Vorjahr auf die Festung Königstein. Genau das richtige für Mareike, um sich ein wenig abzulenken und Burgluft zu schnuppern. Wir konnten die Aussicht noch ein wenig genießen. Zudem die Sonne, der Ausblick – einfach cool.
Geschlemmt wurde später am Buffet, dazu gab es Met und für mich die alkoholfreien Getränke.
Ein Vorteil der grandiosen Gruppenstärke des Dojo Shimazu konnte an diesem Abend voll ausgespielt werden. Mareike knüpfte Kontakte und ich pflegte meine. Schöne Sache, wenn man den Sinn der Lehrgangsfeiern voll und ganz erfüllen kann.
Die Nerven lagen am Montag bei Mareike schon ein wenig blank. Dafür hatte sie es geschafft ein Schokocroissant zu bekommen. Während ich Kata Bunkai mit Marco und Akio übte, legte sie ihre Prüfung ab. Leider unterliefen ihr ein paar Fehler im Kihonteil, aber der Gesamteindruck stimmte, so dass sie nun stolze Trägerin des Orangegurts ist und unser Dojo dabei sehr würdig vertreten hat.
Nachdem Ende des Trainings lag die Rückfahrt vor uns, die wir ohne größere Staus erledigten. Schade eigentlich. Drei schöne Tage in Pirna. Nette Leute, cooles Training – was will man mehr?